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14. September 2017

UNTERM STRICH: Roboterhund gegen Käsefüße

Wissenschaftler in Japan wollen die Nasen ihrer Mitmenschen schützen / Von Angela Köhler.

Vor Tempelhallen, in Wohnungen und in vielen Gaststätten heißt es in Japan unmissverständlich: Schuhe ausziehen. Diese Gepflogenheit ist die wohl wichtigste Regel im Land der aufgehenden Sonne. Man mag keinen Schmutz, der an Straßenschuhen klebt, ins Innere tragen. Das Gebot "Schuhe aus" ist also eher eine praktische denn eine kulturelle Regel – mit einigen Tücken. Man sollte leicht an- und auszuziehende Schuhe tragen und natürlich vorzeigbare Strümpfe!

Noch peinlicher aber als ausgeleierte Socken oder gar Löcher darin sind Stinkefüße. Da rümpfen auch die hochhöflichen Japaner die Nase. Eigentlich war es im ordnungsliebendsten Land der Welt nur eine Frage der Zeit, bis verbindliche Normen für diese missliche Lage aufgestellt werden. Jetzt sind Lösungen da. Seit Juli verkauft die Firma Konica Minolta ein kleines Testgerät, das Fußgerüche auf einer Skala von 0 bis 100 misst. Für sensiblere Seelen entwickelte das Start-up Next Technology einen Roboter-Hund. Das weiße Plüschtier mit dem weiblichen Namen Hana-chan schnüffelt an Strümpfen. Mit einem Geruchssensor fällt es dann das Urteil. Bellen bedeutet, der Geruch ist ok. Wird übler Gestank diagnostiziert, fällt das Hündchen in Ohnmacht, um dann – wieder auferstanden – Wohlgerüche zu versprühen. Ideengeber war ein verunsicherter Vater, dessen Tochter ihm Stinkefüße vorgeworfen hatte. "Aber er wollte es nicht so krass erfahren, aus Angst beleidigt zu sein", rekapituliert Kimiki Tsuji von Next Generation das Entstehen des Hündchens.

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Er weiß, dass Japaner geruchsempfindlich sind. Körperausdünstungen werden wie auch starke Parfüms als Belästigung empfunden. "Stinkende Füße eskalieren leicht zum sozialen Problem", sagt Tsuji. Sein Unternehmen will den Roboter im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Der Preis allerdings dürfte potentielle Kunden aus den Socken hauen. Das Schnüffeltier soll 1000 Euro kosten. Vielleicht sollte man dann lieber einen Eigentest wagen oder einen Freund fragen?

Autor: akö