UNTERM STRICH: Vereint füllig – getrennt schlank

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Fr, 12. Oktober 2018

Kolumnen (Sonstige)

Was eine Studie über das Gewicht von Menschen aussagt / Von Alexander Dick.

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Bevor Sie jetzt hektisch zu googeln beginnen nach Ursprung dieses Satzes, geben wir einen Tipp: Dieter Bohlen hat andere Sorgen, und Parship und Elite Partner waren es nicht. Die vermitteln ja auch immer nur Bilder von geradezu idealistisch schönen, jungen Menschen, die in der Einsamkeit schon genauso strahlen wie in der angepeilten Zweisamkeit.

Aus Erfahrung wissen wir seit langem, dass Menschen zunehmen, wenn sie in – glücklicher – "Paarsamkeit" leben. Moderne Online-Paare inszenieren das medial im Netz unter dem Hashtag #gettingfattogether. Aber jetzt bestätigt es uns die Wissenschaft – und gleich noch mehr. So sei der Gewichtszuwachs nach dem Zusammenziehen doppelt so hoch wie in den ersten vier gemeinsamen Jahren, hat das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin jetzt herausbekommen.

Zur Bestätigung der These kann man nun erst mal in alten Fotoalben oder neuen Clouds zu wühlen beginnen. Man kann sich aber auch gleich auf die weiteren Ergebnisse der Untersuchung stürzen, denn es gibt offenbar auch eine inverse Reaktion. Nämlich im Falle einer Trennung. Der Body-Mass-Index von Frauen und Männern nähere sich in diesem Fall "weitestgehend dem Wert vor dem Zusammenziehen an", berichtet die Katholische Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Wissenschaftler aus Berlin, Mannheim und Leipzig.

Diese hatten etwa 20 000 Menschen in Deutschland in einer Langzeitstudie von 16 Jahren unter die Lupe beziehungsweise auf die Waage genommen. Wie das in der Pra xis funktioniert haben soll, verschweigt KNA. Hat man Menschen vor ihrer, pardon, Paarung gefragt: Wollt Ihr Euch auch wieder trennen? Schwierig. Andererseits liest sich der Subtext dieser Studie wie ein todsicherer Tipp zur Diät: Trenn Dich gesund – kein Protein-Shake und kein Fitness-Studio. Nur getrennt von Tisch und Bett, und schon purzeln die Pfunde. Was noch verloren und kaputt geht – wir warten auf eine neue Studie.