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11. Oktober 2017

UNTERM STRICH: Zickenkrieg im Weißen Haus

Ivana Trump macht First Lady Melania den Job streitig / Von Frauke Wolter.

Sie stehen schön herum, dürfen soziale Einrichtungen oder Ausstellungen besuchen, und während ihre Männer die Weltläufte bestimmen, schütteln sie Hände, bedanken sich für Blumen und küssen Kinder. First Lady scheint ein Traumjob zu sein, oder jedenfalls ist er auf den ersten Blick nur mäßig anstrengend. Aber wie immer steht vor dem Schein das Sein.

Besonders hart trifft es zur Zeit Melania Trump. Die 47-Jährige eher kühle Gattin von US-Präsident Donald Trump hatte sich nicht nur kürzlich beim Besuch der Hurrikan-Opfer in Texas blamiert (High Heels im Schlamm!), sie hatte auch bei einem Staatsbesuch in Israel ihrem Mann die stützende Hand abgeschlagen – und alle hatten es gesehen. Seither fragt man sich: Wer ist diese Frau, und was will sie?

Was sie auf alle Fälle nicht will, ist Konkurrenz in ihrem Job. Das wird klar, wer den Zickenkrieg beobachtet, der gerade im Weißen Haus um die Frage entbrannt ist, wer eigentlich die First Lady sei: Melania – oder Ivana Trump? Die mittlerweile 68-Jährige war von 1977 bis 1990 mit Trump verheiratet und hat jetzt ein Buch geschrieben, dessen Titel übersetzt in etwa "Trump großziehen" ("Raising Trump") bedeutet. Das ist recht vielsagend und könnte auch erklären, warum das ehemalige Model behauptet, immer noch die direkte Durchwahl zum Präsidenten zu besitzen. Sie wolle ihn aber nicht anrufen, um keine Eifersucht zu wecken. "Denn im Grunde bin ich die erste Trump-Ehefrau, stimmt’s? Ich bin first lady, nicht wahr?", sagte Ivana scherzhaft in ABC News. Und wollte Trump sie nicht sogar zur Botschafterin in ihrer früheren Heimat Tschechien machen?

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Nein, so ein öffentlicher Streit mit der Ex ist gar nicht nett. Melania, sonst eher zurückhaltend, ließ nun ihre Pressesprecherin ausrichten, bei Ivanas Äußerungen handele es sich um "eigennützigen Lärm". Sie selbst habe rein immaterielle Motive und fühle sich geehrt, First Lady zu sein. Beeindruckend. Finden auch die Amerikaner: Bei Beliebtheitsumfragen zieht Donald Trump längst den kürzeren.

Autor: fwo