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05. März 2010
Lahrs Flughafen in den Medien
URTEILSPLATZ: Die blanke Unkenntnis
Der Lahrer Flughafen hat in den vergangenen Tagen für ein orkanartiges Rauschen in den Zeitungen des Landes gesorgt, bei dem nur ein Aspekt gestimmt hat. Wie die BZ im Januar berichtete, möchte die Firma BNB Properties, der Flughafenbetreiber von Babcock & Brown, als fast alleiniger Eigentümer der Black Forest Airport Lahr gerne die Firma verkaufen. Ansonsten strotzt die Berichterstattung von blanker Unkenntnis. "Flughafen Lahr in heftigen Turbulenzen" heißt eine Überschrift. Als ob der Flughafen jemals den Steigflug hätte antreten können. Wer am Boden ist, kann kaum ins Trudeln kommen. Das Frachtgeschäft sei eingebrochen, meint ein anderer. Fakt ist, es hat noch gar nicht angefangen, weil Lahr zwar Frachtflughafen ist, aber keine verlässliche Zollabfertigung für Güter aus Drittländern hat. Und dann natürlich der Triumph: Der Europa-Park, der sich jetzt gen Söllingen orientiert. Der Europa-Park hat bei den Charterflugzeugen aus Wien kein wirtschaftliches Risiko getragen. Das hatte der Lahrer Flughafen. Im Herbst 2009 hat Air Berlin Linienflüge zwischen Wien und Söllingen aufgenommen. Diesen Wettbewerb kann man nicht gewinnen. Natürlich holt der Europa-Park die Wiener Besucher dort ab, wo sie ankommen. Vollends peinlich wird es, wenn sich Karlsruhe und der Flughafen Söllingen selber in Szene setzen: Ausgerechnet die Fraktion, die Lahr bis aufs Messer bekämpft hat, die mokiert sich jetzt noch. So ist irgendwann mal kurz vor der Genehmigung Lahrs als Sonderflughafen Europa-Park die ursprünglich vorgesehene Ergänzung "Schwarzwaldtourismus" abhanden gekommen. Eines muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Das Land hat über den Stuttgarter Flughafen (also mit der Stadt Stuttgart) und einigen Gemeinden 100 Millionen Euro in die Infrastruktur Söllingens investiert. Gleiches Recht für alle?
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Autor: Bruno Kohlmeyer
