Italien

Venedig-Besuch kommt vier Japaner teuer zu stehen

Julius Müller-Meiningen

Von Julius Müller-Meiningen

Mi, 24. Januar 2018 um 22:00 Uhr

Panorama

Die Welt ist ungerecht. Diese Erfahrung mussten kürzlich offenbar vier junge Touristen aus Japan in einem Restaurant in Venedig machen.

Die Gäste aus Asien bestellten vier Steaks und anschließend frittierten Fisch. In asiatischer Bescheidenheit genehmigten sie sich dazu nur Wasser. Als der Kellner kassieren wollte, trauten sie ihren Augen kaum: Rund 1100 Euro stellte das Lokal in Rechnung, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.

Es ist kein Einzelfall: Immer wieder werden insbesondere asiatische Touristen Opfer extrem überhöhter Restaurantrechnungen in Italien, meist in Venedig oder Rom. Ob das vor allem an der Skrupellosigkeit der Wirte, an der Gutgläubigkeit der Gäste oder am üppig gefüllten Geldbeutel liegt, ist nicht bekannt.

Der japanischen Touristen nahm sich der Bürgerverein "Gruppe 25. April" an. Auch Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro schaltete sich ein; er sah das Ansehen der Stadt gefährdet. Man werde alles tun, um die Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen, schrieb Brugnaro auf Twitter und fügte an: "Wir sind für Gerechtigkeit, immer!" Der Bürgerverein fand heraus, dass drei der vier Japaner von einem weiteren venezianischen Wirt für drei Teller Pasta mit Fischsauce 350 Euro berechnet bekommen hatten.

Nun stellt sich die Frage, wer hier verrückt spielt. Ist es nur die Lagunenstadt, die ja nicht ganz unbekannt dafür ist, Touristen Fallen zu stellen? Oder sind es japanische Touristen, die ein besonders Händchen für das falsche Lokal haben? Das erste Etablissement, das 1100 Euro berechnete, soll einschlägig bekannt sein. Auf dem Bewertungsportal Tripadvisor raten Gäste laut Ansa dringend von einem Besuch ab.

"Peinlich für Italien", lautet ein Kommentar. "Sofort schließen", ein anderer. In ein paar Wochen ist Karneval in Venedig. Wirte, Gondolieri und sonstige Schlawiner reiben sich bereits die Hände. Die "Gruppe 25. April" will bis dahin eine Checkliste veröffentlichen, mit deren Hilfe sich Touristen vor Unannehmlichkeiten schützen können. Zum Erhalt des guten Rufes ihrer Stadt.