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Warum kreisen Fliegen so lang um Zimmerlampen?

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Mo, 18. Juni 2018 um 12:00 Uhr

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Hängelampen in der Mitte von Räumen stellen für Fliegen eine Attraktion dar – ob sie ausgeschaltet sind oder an. Am Tag patrouillieren Insektenmännchen um die Lampen.

Wie der Neuobiologe Jochen Zeil in den 1980er Jahren beschrieb, fliegen die Tiere dabei auf annähernd quadratischer Flugbahn minutenlang knapp unterhalb der Lampen. Zeil, der heute an der Australian National University in Canberra forscht, beschreibt die Versuche von damals: "Experimente mit Klebefallen zeigten, dass die Weibchen die Landmarken weiter oben anfliegen, während die Männchen sich unten aufhalten."

Laut Zeil liegt es nahe, dass die Männchen patrouillieren, um hoch anfliegende Weibchen zu verfolgen und sich mit ihnen zu paaren. Am Abend, wenn die Lampen angeschaltet sind, mag dann noch ein anderes Phänomen zum Tragen kommen: "In einer Umwelt ohne künstliche Lichter sind Sonne und Mond die stärksten Lichtquellen", sagt Alexander Borst, Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried. "Da diese Lichtquellen quasi unendlich weit entfernt sind, hält ein Insekt am besten einen bestimmten Winkel, wenn es geradeaus fliegen will." Bei einer nahen Lichtquelle führe diese Strategie unausweichlich zu einer Kreisbahn.

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