Auch das noch

Wie Wetter und Wahl zusammenhängen

Christian Engel

Von Christian Engel

Mo, 23. April 2018

Freiburg

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass die Wahlbeteiligung vom Wetter abhängt.

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass die Wahlbeteiligung vom Wetter abhängt. Diese Erkenntnis hätte man sich denken können: Wenn es den ganzen Wahltag über schüttet wie aus Kübeln, bleiben die Stimmberechtigten lieber vor der Glotze hocken; wenn die Sonne scheint, verbinden viele einen Spaziergang mit einem Besuch im Wahllokal. Aber Freiburg tickt da mal wieder anders. 1962 war alles noch im Lot: Eugen Keidel wurde am 7. Oktober zum OB gewählt, bei 20,8 Grad, 7,1 Sonnenstunden – und einer Wahlbeteiligung von strahlenden 70 Prozent. 1990 bei der Wiederwahl von Rolf Böhme dann der gemeinsame Sturz von Wetter und Wahlwille: An jenem 23. September prasselten 7,8 Liter auf den Quadratmeter, fast schon ein Monsun für Freiburger Verhältnisse; verständlicherweise ging nur jeder Zweite zur Wahl. Dieter Salomons erster Streich am 5. Mai 2002 bestätigte die Theorie: winterliche 8,8 Grad, teils nass, niedrige Wahlbeteiligung. Aber dann, 25. April 2010: Bei 24,9 Grad kommt Salomon ins Schwitzen, 10,5 Sonnenstunden – traumhaftes Wahlwetter. Daher mal hochrechnen: Wenn 1962 bei 20,8 Grad 70 Prozent der Wähler abstimmen, sind es bei 24,9 Grad … 84 Prozent! Und wie viele kamen 2010 tatsächlich? Weniger als die Hälfte. Das soll uns die Wissenschaft jetzt mal erklären. Am Sonntag nun war das Wetter noch schöner als bei der vergangenen OB-Wahl – und die Wahlbeteiligung lag bei 51 Prozent. Laut Wissenschaft gilt nun die neue Regel: Das Wetter macht, was es will. Und der Wähler auch.