Die Zustellung der Zeitung

WIR MÜSSEN REDEN: Umweltfreundlich und zuverlässig

Thomas Hauser

Von Thomas Hauser

Di, 02. Januar 2018

Wir müssen reden

Zeitungsleserinnen oder -leser wollen heute nicht nur gut informiert sein, dies soll auch möglichst umweltfreundlich geschehen. Anfragen wie diese sind deshalb zwar kein Massenphänomen, aber sie beschäftigen offenkundig mehr Menschen, als sich deshalb bei uns melden. Uns übrigens auch. "Seit vielen Jahren bin ich Abonnent der Badischen Zeitung und wohne im Umland von Freiburg. In der Regel ist ,meine’ BZ schon früh morgens im Briefkasten. An dieser Stelle ein großes Lob an die unermüdliche Austrägerin.

Aber ab und zu ist eine Austrägerin mal krank oder im Urlaub. Und dann sehe ich bei meinem frühmorgendlichen Spaziergang einen weißen VW-Polo mit Jemandem, der von Haus zu Haus fährt und die BZ, beziehungsweise die Arriva-Post, in die Briefkästen wirft. Da frage ich mich als bekennender Umweltschützer schon, ob das umweltfreundlich ist? Heutzutage gibt es doch wahrlich genug Alternativen."
"Wahrlich genug?" Na ja. Zu welchem Preis und wie zuverlässig? Und 100 Prozent umweltfreundlich ist die E-Mobilität ja auch nicht. Der Badische Verlag betreut alleine für Zeitungszustellung eine Fläche, die größer ist als das Saarland. In Sachen Infrastruktur oder Wetter ist sie zudem wahrscheinlich herausfordernder. Das ist logistisch und finanziell eine gewaltige Herausforderung, der sich der Verlag aber offensiv stellt. Es ist freilich ein längerer Prozess.
Der Fuhrpark wird sukzessive umgestellt. Derzeit werden auch E-Fahrzeuge getestet, ob sie unseren Anforderungen gerecht werden. So sind zum Beispiel zwei Fahrzeuge der norwegischen Post – sogenannte Paxter – in der Briefzustellung in Freiburg im Einsatz. Ein weiteres Fahrzeug wird in Karlsruhe und ein viertes in Baden-Baden eingesetzt. Für die kürzeren Strecken werden geeignete E-Fahrräder und aktuell ein E-Trike in Freiburg erprobt. Für das Jahr 2018 ist der Kauf von 100 E-Fahrzeugen, überwiegend E-Bikes, geplant. Verlag und Redaktion sind überdies bereits mit einigen E-Fahrzeugen im Stadtverkehr im Einsatz.

Dieser Umstellungsprozess wird freilich einige Jahre dauern. Er kostet viel Geld, und der Organisationsaufwand für die Umstellung ist enorm. Es geht nicht nur darum, in die optimale Technologie zu investieren, sondern auch um ein zuverlässiges Backup, zum Beispiel beim Ausfall der Batterien. Denn Zeitungen und Briefe müssen möglichst zuverlässig und pünktlich im Briefkasten landen. Das hat Priorität und ist für sich schon eine Herausforderung.

Aber als Zeitung für Südbaden ist uns der Umweltschutz natürlich ein großes Anliegen. Die Druckerei ist umweltzertifiziert und spart nicht nur viel Wasser, Chemikalien und Strom im Vergleich zur alten Technik. Auf Wunsch kann auch klimaneutral gedruckt werden. Und auf dem Verlagsdach produziert eine große Solaranlage seit Jahren Strom. Aber jede neue Technik muss effizient, wirklich nachhaltig und zuverlässig sein. Teure Experimente zulasten unserer Leserinnen und Leser verbieten sich da.