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Wofür braucht man den Adamsapfel?

Valeriè Labontè

Von Valeriè Labontè

Di, 14. November 2017 um 13:56 Uhr

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Wozu taugt der Adamsapfel, den man am Hals mancher Männer so gut sieht? Er ist ein sekundäres Geschlechtsmerkmal, das an der Stimmbildung beteiligt ist.

Der Adamsapfel ist der größte, schmetterlingsförmige Knorpel des Kehlkopfes, der sogenannte Schildknorpel – bei Frauen wie bei Männern. "Er hat von oben betrachtet die Grundform eines V", erklärt Rainer Beck, Leiter der Sektion Phoniatrie und Pädaudiologie in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

"Während der Pubertät wächst der Schildknorpel bei Männern mehr und verändert den Winkel zwischen beiden Flügeln – er wird spitzer, wodurch er sichtbarer in Erscheinung tritt." Bei Männern beträgt der Winkel etwa 90 Grad, bei Frauen 120. Der Adamsapfel gehört somit zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen, die bei beiden Geschlechtern im Erwachsenenalter sichtbar unterschiedlich ausgeprägt sind.

Er ist zudem an der Stimmbildung beteiligt: "Auf der Innenseite des Schildknorpels sind die Stimmlippen verankert, die von dort zu den Stellknorpeln ziehen", so Beck. "Außer als Gerüst dient er in Zusammenarbeit mit den anderen Knorpeln des Kehlkopfes auch zur Tonhöhenregulation der Stimme." Der Name Adamsapfel ist allerdings nicht wissenschaftlichen Ursprungs, sondern wird mit dem Sündenfall im Paradies in Verbindung gebracht: Adam soll ein Teil des Apfels im Halse stecken geblieben sein.

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