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16. Februar 2012
Unterm Strich
Böses Foul des VfB Stuttgart in der Winterpause
Der VfB kehrt in seinem Stadion zurück zum Einwegbecher / Von Franz Schmider.
Zwei Vorurteile hängen dem gemeinen Württemberger an wie Holzschuhe dem Holländer: Sparsam sollen sie sein, die schwäbischen Hausfrauen, und keine Pflicht sei ihnen so heilig wie das Einhalten der samstäglichen Kehrwoche. Aber wie es so ist mit Vorurteilen, viele sind nicht mehr als Fassaden. Denn was in der Schwabenmetropole, zugleich unser aller Landeshauptstadt, passiert, hat weder mit Sparsamkeit noch mit samstäglicher Reinlichkeit zu tun. Und es wäre wohl in Baden undenkbar.
Klammheimlich haben die Verantwortlichen des dortigen Vereins für Bewegungsspiele in der Winterpause ein Foulspiel begangen, für das die Deutsche Umwelthilfe den zutreffenden Begriff der ökologischen Rolle rückwärts ins Spiel gebracht hat. Eine Übung übrigens, für die es nur negative Haltungsnoten gibt.
Wer in der umgebauten riesigen Salatschüssel – ursprünglich Neckarstadion, später Gottlieb-Daimler-Stadion, inzwischen Mercedes-Benz-Arena – ein Getränk zu sich nimmt, dem wird dieses neuerdings in einem popligen Einweg-Plastikbecher dargeboten und nicht mehr im bewährten Mehrwegbecher – anders als im Freiburger Mage-Solar-Stadion (ehemals Badenova-Stadion, zuvor Dreisamstadion) oder auch beim Stimmenfestival in Lörrach. Selbst der Fußballmeister aus der Schweiz, wo – noch ein Vorurteil– alles stets etwas später kommt und länger dauert, hat die Zeichen der Zeit erkannt und schwenkt um. In Basel wird künftig aus Mehrweg getrunken.
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60 Mal werden solche Hartplastikbecher befüllt, ehe sie entsorgt wurden – die neuen Stuttgarter Becher wandern schon nach dem ersten Einsatz in die Tonne. Zu allem Überfluss bezeichnet der Verein das neue Trinkgefäß auch noch als ökologisch verträglich, weshalb ihm die Umwelthilfe nun eine Abmahnung wegen versuchter Verbrauchertäuschung hat zukommen lassen. Studien hätten längst belegt, dass die Umweltbelastung durch die Einweg-Plastikbecher doppelt so groß sei als beim Einsatz der Hartplastikteile.
Autor: fs
