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04. April 2009
Obamas Rede in Straßburg
Ein deutliches Signal
Amerikas Präsident hat bei seinem Auftritt im Elsass politisch klar Stellung bezogen.
Kaum ein Politiker schafft es, die Massen so in den Bann zu ziehen wie Barack Obama. Bei seinem Auftritt in Straßburg war der Jubel fast frenetisch. Das lag nicht nur daran, dass er ein ausgezeichneter Redner ist. Auch mit dem, was er sagte, begeisterte er die Zuschauer. Deutlich wie nie betonte er, dass er eine Welt ohne Atomwaffen wolle. Die Botschaft galt nicht nur den Zuhörern in der Rhénus-Halle. Sie war vor allem ein Signal an die Staaten, die Atomwaffen besitzen – allen voran Russland. Obama gab zu verstehen, dass er bereit ist, mit der Politik seines Vorgängers Bush zu brechen und über eine Abrüstung zu verhandeln. In Russland waren die Pläne, Raketenabwehrsysteme in Tschechien und Polen zu installieren, auf große Ablehnung gestoßen. Die klaren Worte Obamas dürften dazu beitragen, das amerikanisch-russische Verhältnis wieder auf eine bessere Grundlage zu stellen. Doch seine Rede war auch an Länder wie den Iran gerichtet, die nach Atomwaffen streben. Er machte ihnen klar, dass nicht nur von ihnen Verzicht verlangt wird, sondern dass auch die USA dazu bereit sind. Damit hat er einen Ton angeschlagen, der im gesamten Nahen Osten gut ankommen dürfte. Denn dort wird immer wieder beklagt, die USA nähmen für sich Rechte heraus, die sie keinem anderen zugestehen. Obamas Angebot ist also eine gute Grundlage für Gespräche mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Der muss nun beweisen, dass auch er bereit ist, auf die USA zuzugehen.
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Autor: Annemarie Rösch
