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20. Januar 2016

Kommentar

Feinstaubalarm in Stuttgart: Der Schwabe schnauft weiter

Was hatte sich OB Fritz Kuhn echauffiert damals, als man in einem Fernsehkrimi sein Stuttgart ein Drecksloch nannte. Und nun unterfüttert der Grüne selbst sämtliche Vorurteile gegen die Landeshauptstadt.

Weil die Messgeräte an der angeblich dreckigsten Straße der Republik ausschlugen, verhängte Kuhn gleich ein einwöchiges Fahrverbot. Ein freiwilliges zwar, deshalb halten sich nur strengstgläubige Ökos daran. An Negativschlagzeilen indes mangelt es nicht: Ferne Beobachter wie die Welt aus Berlin titeln sogar, "Stuttgart könnte ein neues Peking werden". Man hört die Chinesen bis an den Neckar lachen über den Staub, den die Schwaben gerade wieder aufwirbeln. Kommt ein chinesischer Smogalarm doch nun wirklich anders einher als mit klarer Sicht, Sonnenschein und strahlend blauem Himmel. Was also treibt Kuhn um? Ein schnelles Signal an die eigenen Wähler nach dem Motto: Schaut her, wir tun was? Samt gleichzeitiger Beschwichtigung seiner Kritiker: Wir tun was, aber verbieten nix?

Solche Symbolpolitik befriedigt niemanden. Schon verlangen besonders profilierungssüchtige Ökoverbände die präventive Schließung aller Stuttgarter Autowerke. Und unter dem dramatischen Titel "Stuttgart erstickt" trafen sich 150 Aktivisten schnappatmend zu einer Demo. Die restlichen 612 291 Einwohner standen unterdessen im Stau oder haben gelassen einfach weitergeschnauft.

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Autor: Andreas Böhme