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12. März 2010

Unterm Strich

Hallen-Leichtathletik-WM: Stabhochsprung hier in Alaska

Martina Philipp prophezeit, dass die Hallen-WM in der Wüste erst der Anfang ist.

Es bedarf keiner besonderen Eingebung, um sich das Prinzip sportlicher Hallenwettbewerbe im Winter vergegenwärtigen zu können: Alle mal rein in die gute Stube, Tür zu, Mütze aus, Heizung an und frohlockend losgetrabt. Jetzt leben wir aber in einer globalisierten Welt und das bedeutet, dass nicht mehr nur Europäer und Co. Hallen-Leichtathletik-Weltmeisterschaften ausrichten dürfen. Sondern erstmals auch ein sehr kleiner, sehr reicher Staat im Nahen Osten, nämlich das Emirat Katar in seiner Hauptstadt Doha.

Dort in Doha ist es ein bisschen wärmer als bei uns. Zirka 35 Grad. Und das Zeug, das dort rumliegt, nennt man nicht Schnee, sondern Sand. Sagen wir’s, wie’s ist: Der Weltverband hat seine Leichtathleten in die Wüste geschickt. Das wiederum findet der Bundestrainer seltsam. Das sei so, als ob die Olympischen Sommerspiele in Alaska stattfänden, meinte Rüdiger Harksen. Nun ja. Die 650 Athleten aus 150 Ländern werden ja nicht hechelnd von Palme zu Palme robben. Vielmehr wird der Aspire-Dome erfrischend heruntergekühlt. Katar und seine Klimaanlage hatten sich ja sogar für die Sommerspiele 2016 beworben. Das ist uns zu heiß, hatte aber das Olympische Komitee gesagt. Längst will die Königsfamilie deswegen nun die Fußball-WM 2022 – und verspricht, nur Stadien mit Dach zu bauen. Eine Hallenfußball-WM? Ach, warum nicht? Dort, wo neulich Winterspiele in Kanada draufstand, waren Osterglocken und Oben-ohne-Fans drin. Und Arjen Robben, niederländischer Fußballnationalspieler von Bayern München, hat schon längst große Sorge, dass er für die WM im winterlichen Südafrika seine lange Unterhose vergisst. Man sollte nun vielleicht nicht anfangen, einen Alpin-Weltcup in der Lüneburger Heide zu organisieren oder sich in die Idee zu verrennen, eine Schwimm-WM unbedingt im Trockenen abhalten zu müssen. Aber jetzt mal ernsthaft: Olympia in Alaska, das wäre doch schön. So direkt vor der Haustür . . . Denn das da draußen, das ist doch Alaska, oder?

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Autor: phi