Kommentar

Thalia-Fusion mit Mayerscher: Es bleibt ungemütlich im Buchhandel

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Fr, 11. Januar 2019 um 21:16 Uhr

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Manuel Herder, Freiburgs alter und neuer Mehrheitsgesellschafter bei Thalia, scheint am Ziel zu sein. Mit 355 Filialen ist das Unternehmen nach der Fusion deutscher Branchenprimus.

Es setzt sich im Umsatz vor den Online-Großhändler Amazon. Ob damit die Zukunft des familiengeführten, mittelständischen Buchhandels hierzulande gesichert ist: Wer vermag dies vorauszusehen?

Schiere Größe allein kann kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg sein – auch wenn für Thalia jetzt ein Konkurrent weniger auf dem Markt ist und die frischgekürten Partner versichern, beiderseits zu profitieren.

Die massiv schwindende Zahl der Buchkäufer – allein 6 Millionen zwischen 2012 und 2016 – macht der Branche zu schaffen: einerseits. Und andererseits wird Amazon den Fusionierten auf den Fersen bleiben, wenn die Käufer nicht umdenken und sich wieder mehr für den Buchhändler ihres Vertrauens entscheiden.

Thalia/Mayersche setzen dagegen verstärkt auf die Qualität einer Online-Präsenz, die der einzelne kleine Buchhändler laut Herder auf Augenhöhe mit Amazon nicht stemmen kann. Keine Frage: In den nächsten Jahren wird es nicht gemütlicher werden im Buchhandel. Ob die Fusion wirklich ein Coup ist, wird sich noch erweisen müssen.