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26. Januar 2015

CDU-Landesparteitag

Kommentar: Guido Wolf - ein Mann fürs Hergebrachte

Die Südwest-CDU hat am Wochenende ihren Anspruch unterstrichen, fünf Jahre nach dem Machtverlust wieder den Regierungschef zu stellen. Ihr klares Votum für den Spitzenkandidaten zeigt, dass die Partei geschlossen in den Wahlkampf ziehen will. Der Schulterschluss ist Voraussetzung für die Rückkehr in die Villa Reitzenstein – eine Garantie ist er nicht. Die Wegstrecke bis zur Wahl ist lang, und die Pflöcke, die Guido Wolf noch einschlagen muss, sind zahlreich. Greift er im September doch nach dem Parteivorsitz? Kann er als Chef der CDU-Fraktion ein Signal setzen, indem er die männerdominierte Truppe dazu bringt, eine Frau auf den Chefsessel des Landtags zu hieven? Kann er als Person bei den Wechselwählern gegen den populären Regierungschef Winfried Kretschmann punkten und inhaltlich gegen die grün-rote Koalition? Noch überwiegen die Fragen. Bisher immerhin hat Wolf mit seinen Antworten meist mehr Erfolg gehabt, als der Konkurrenz lieb ist. Beinahe-Spitzenkandidat Thomas Strobl und Noch-Fraktionschef Peter Hauk können ein Lied davon singen. In Ulm hat der 53-Jährige die eigene Basis begeistert, darunter auch Parteigänger, die sich eine andere Richtung wünschen würden. Inhaltlich zielte der Oberschwabe auf die konservative, ländliche Klientel, fürs städtische, grün-affine Publikum hatte er wenig bis nichts im Angebot. Wolfs Präferenz ist klar: Schwarz-Gelb vor Schwarz-Rot. Eine Koalition mit den Grünen ist mit ihm schwer vorstellbar.

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Autor: Roland Muschel