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06. April 2009
Randale beim Nato-Gipfel
KOMMENTAR: Einsatz mit vielen Fragen
Nur 50 leicht Verletzte – die französischen Polizeibehörden können von Glück sagen, dass bei ihrem Einsatz gegen die Ausschreitungen während des Nato-Gipfels nicht mehr passiert ist. Denn sie haben in weiten Teilen versagt. Anderthalb Stunden dauerte es, bis die Feuerwehr zum Löscheinsatz ans Ibis-Hotel zurückkehrte. Und warum tat die Polizei nichts, als Randalierer den Demonstranten mit Holzpaletten den Fluchtweg versperrten? Wenn die deutschen Polizeikollegen jetzt freundlich anmahnen, einmal die gemeinsamen Pläne für solche deutsch-französischen Einsätze zu überdenken, ist das ein guter Ansatz. Zumal diese sich dann auch stärker mit den zentralistischen Entscheidungsstrukturen auseinandersetzen müssten, wie sie in Frankreich anders als in Deutschland üblich sind. Wenn sich Ereignisse überschlagen, dann sollten die Entscheidungen auf kurzem Wege und am besten vor Ort getroffen werden – und nicht auf einer fernen, übergeordneten Ebene wie in diesem Fall durch den elsässischen Präfekt als verlängerten Arm von Paris. Dieser hat das Verantwortungsproblem für sich schon gelöst: Auf eigenen Wunsch wird er heute versetzt.
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Autor: Constance Frey
