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29. Januar 2016

Metallbranche vor der Tarifrunde

KOMMENTAR: Geld sollte nicht alles sein

Diesmal denken sie bei der IG Metall nur ans Geld. Eine reine Lohnrunde will die Gewerkschaft für die mehr als dreieinhalb Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Das ist bedauerlich. Die Tarifpartner haben sich zuletzt dadurch hervorgetan, dass sie stets die qualitativen Themen mitverhandelten – die Übernahme von Azubis, einen flexiblen Übergang in die Rente, die Weiterbildung. Solcher Weitblick fehlt nun. Was die Lohnforderung betrifft, zeigt die IG Metall schon mal ihre Muckis. Beim letzten Mal forderte sie 5,5 Prozent und bekam 3,4 Prozent mit einer Laufzeit von 15 Monaten. Nun steuert sie auf eine Forderung von 5,0 Prozent zu. So könnten 2,5 bis 3,0 Prozent herausspringen. Bei einer Inflation nahe null wäre das ein wahrer Schub für die Kaufkraft. Aber wäre das vernünftig? Jein. Zwar verdienen viele Betriebe prächtig, das aber auch, weil Billigöl, Billigeuro und Billigzinsen für eine Sonderkonjunktur sorgen. Sich jetzt mit zu hohen Löhnen ein Strukturproblem zu schaffen, wäre nicht nachhaltig. Ja, ein sattes Lohnplus ist verdient, aber man kann einen Teil davon per Einmalzahlung regeln. Auch brauchen die nicht so starken Betriebe die Chance, Lohnerhöhungen zu verschieben. Die IG Metall sollte ihren eigenen Umfragen unter Beschäftigten trauen. Demnach ist den Deutschen die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze noch wichtiger als der Lohn.

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Autor: Ronny Gert Bürckholdt