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17. Dezember 2015

Kommentar

Sprayer fürs Schwarzwaldstadion in Freiburg: Kunst und Klischees

Ein Sprayer darf sich an einer Wand im Stadion des SC Freiburg verkünsteln. Einzige Vorgabe: Das Graffito muss die Themen Schwarzwald und SC Freiburg miteinander verknüpfen. Gar nicht so einfach, findet Sina Gesell.

So viel Aufmerksamkeit bekommt ein Künstler nur selten: 24 000 Menschen – und das an jedem Heimspieltag des SC Freiburg. Die Schwarzwald Tourismus GmbH sucht einen Sprayer, der sich an einer vier Quadratmeter großen Wand im Schwarzwaldstadion verkünstelt. Dem Gewinner des Wettbewerbs, der noch bis 15. Januar läuft, winken nicht nur Gunst und Anerkennung – das Motiv wird auch ins SC-Fanartikelsortiment aufgenommen –, sondern zudem 500 Euro. Einzige Vorgabe: Das Graffito muss die Themen Schwarzwald und SC Freiburg miteinander verknüpfen. Gar nicht so einfach. Die Trainerikone Volker Finke, wie er am Spielfeldrand in seinem Strandkorb sitzt, scheidet jedenfalls schon mal aus. Dann vielleicht doch lieber ein übergroßer Vincenzo Grifo, der anmutig die Schwarzwaldtannen umkurvt. Oder Immanuel Höhn, der aus einer Kuckucksuhr grätscht. Vorstellbar wäre auch ein krakenartiger Alexander Schwolow, wie er aus dem Titisee emporsteigt und jeden Ball festhält. Dagegen kommt ein vier Quadratmeter großer Christian Streich mit Bollenhut wohl eher nicht infrage – seine wilde Frisur wäre dahin. Vielleicht sollten die Sprayer einfach ganz auf Schwarzwald-Klischees verzichten. Wobei, so ein Amir Abrashi, der dem Gegner eine Schwarzwälderkirschtorte ins Gesicht klatscht, hätte schon was für sich.

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Autor: Sina Gesell