Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. Mai 2014

Ukraine-Krise

Tagesspiegel: Aussichtsloser Kampf

Natürlich hat Frank-Walter Steinmeier Recht: Es kann und darf in der Ukraine nicht bleiben wie in den vergangenen Tagen, in denen sich die Gewalt auf allen Seiten immer weiter hochgeschaukelt hat. Wird die Eskalationsspirale nicht gestoppt, und zwar schnell, droht sehr real, was noch immer kaum jemand zu denken wagt: ein Bürgerkrieg in der Ukraine, zumindest in deren östlichen Landesteilen. Dort kämpft die ukrainische Armee einen aussichtslosen Kampf gegen prorussische Separatisten. Kaum weniger bedrohlich ist die Lage im Süden. Dass aus Nachbarn Feinde geworden sind, die vor nichts mehr zurückschrecken, weiß man, seit in Odessa prorussische und proukrainische Mobs aufeinander losgegangen sind. In dieser Lage ist die Forderung Russlands nicht falsch, prorussische Kräfte müssten an einer internationalen Krisenkonferenz Genf II beteiligt werden. Ohne sie kann es keine Lösung geben. Im Syrien-Konflikt haben in Genf ja auch Regierung und Rebellen verhandelt. Dass die Übergangsregierung in Kiew sich darauf nicht einlassen will, hängt mit der Rolle Russlands zusammen, das die bewaffneten Separatisten unterstützt und mit der Annexion der Krim einen eigenen Territorialkonflikt mit der Ukraine angezettelt hat. Doch so verständlich die Vorbehalte gegen Ratschläge aus Moskau sind: Die Führung in Kiew hat nicht nur ein Problem mit dem großen Nachbarn, sondern auch eines mit Teilen der eigenen Bevölkerung. Militärisch kann sie beide nicht lösen.

Werbung

Autor: Dietmar Ostermann