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26. November 2014

Verspätungen bei der Bahn

Tagesspiegel: Besser, als es aussieht

Verspätungen bei der Bahn sind für die Fahrgäste immer ärgerlich. Doch der neue Unpünktlichkeitsrekord ist nicht so spektakulär, wie er erscheint. Denn Naturereignisse wie das Elbehochwasser im vergangenen Jahr haben den Fahrplan durcheinandergebracht, ebenso haben Orkane, schneereiche Winter und Überschwemmungen den Verkehr in den vergangenen Jahren beeinträchtigt. Natürlich kommt ein alter Witz angesichts der Zahlen weiter gut an: Die Bahn hat vier Probleme, Frühling, Sommer, Herbst und Winter. So einfach gesagt trifft er aber nicht den Kern der Sache. Denn aus der Statistik ablesbar ist ein anderes Ergebnis. Bis zum Termin des geplanten Börsengangs nahmen die Verspätungen zu. Danach fuhren die Züge wieder pünktlicher, bis besagte Naturereignisse oder Streiks die Bilanz verschlechterten. Für den Kapitalmarkt wurde auf Verschleiß gefahren, die Braut sollte hübsch aussehen. Ohne diesen Zwang wird wieder mehr für die Zuverlässigkeit getan. Mittlerweile wird vereinzelt schon wieder von einer Teilprivatisierung gesprochen. Noch tönen die Befürworter vergleichsweise leise. Zu schlecht war im Nachgang ein guter Teil des Erbes von Hartmut Mehdorn, der für den ersten Versuch verantwortlich zeichnete. Aber es gibt im Bund noch immer Befürworter, zumal Milliarden erlöst werden könnten. Die Verspätungsstatistik zeigt, dass die Kunden von einem Börsengang nichts Positives erwarten können. Es wäre besser, die Finger davon zu lassen.

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Autor: Wolfgang Mulke