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03. September 2010

Tagesspiegel

Karstadt: Die Arbeit fängt erst an

Karstadt und seine 25 000 Mitarbeiter dürfen weitermachen. Nicht weniger, aber auch nicht mehr ist am Donnerstag entschieden worden. Das monatelange, nervenzehrende Hin und Her in den Verhandlungen mit dem neuen Eigentümer Nicolas Berggruen ist beendet. Falls nicht über Nacht doch noch etwas dazwischenkommt, wird heute das Amtsgericht Essen die Warenhauskette aus der Insolvenz entlassen. Damit aber ist die Arbeit nicht getan. Sie fängt erst an. Der weltmännische Deutsch-Amerikaner Berggruen wird potenzielle Kunden davon überzeugen müssen, dass ein großer Gemischtwarenladen wie Karstadt nicht verstaubt wirken muss, sondern modern sein kann, sogar ein bisschen sexy. Die Kunden sollten wissen, ob sie gerade bei Karstadt sind oder bei Kaufhof. Sie sollten nicht mehr das Gefühl haben, bei Karstadt zwar alles zu bekommen, aber irgendwie doch nichts Richtiges. Das ist das Problem des Unternehmens, das zudem vom bisherigen Management heruntergewirtschaftet wurde. Statt sich auf das Schönen der Unternehmensbilanz zu konzentrieren, wie es seine Vorgänger taten, muss Berggruen neue Ideen umsetzen. Nur so kann Karstadt profitabel werden, zumal die Wettbewerber im Internet noch stärker werden dürften als sie es heute sind. Berggruen ist Glück zu wünschen. Sein Erfolg würde in Südbaden nicht nur die Attraktivität der Innenstädte Freiburgs, Offenburgs und Lörrachs stärken, sondern bundesweit Zehntausende Arbeitsplätze sichern.

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Autor: Ronny Gert Bürckholdt