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09. März 2010

Europäischer Währungsfonds

Tagesspiegel: Die falsche Feuerwehr

Nein, die Diskussion über einen Europäischen Währungsfonds ist kein Beitrag zur Lösung der Griechenland-Krise. Sie lenkt den Blick allenfalls auf die Frage, wie solche Verwerfungen innerhalb der Europäischen Union in Zukunft besser bekämpft werden können. Für sich genommen wäre ein solcher Fonds mehr ein Prestigeprojekt, um zu demonstrieren, wir Europäer kommen alleine klar. Wir brauchen den Internationalen Währungsfonds und vor allem die dort dominierenden Amerikaner nicht. Ein trotziges Signal für Separatismus also. Dabei geböte die Finanzkrise globales Vorgehen. Und der IWF ist, trotz berechtigter Kritik im Detail, eine der wenigen funktionierenden globalen Institutionen. Ein EWF könnte deshalb nur dann von Nutzen sein, wenn er Teil einer völlig neu austarierten internationalen Finanzarchitektur wäre. Aber die ist nicht einmal in Ansätzen zu erkennen. Richtig ist hingegen der Hinweis, dass man als Lehre aus dem Griechenland-Debakel die innere Statik des Euro stärken muss. Doch ein Währungsfonds ist hierfür nicht erste Wahl: Wichtiger wäre es, die Wirtschafts- und Finanzpolitik enger abzustimmen und die Einhaltung der vereinbarten Regeln besser zu kontrollieren. Denn der Euro krankt vor allem daran, dass zu viele politische Kompromisse gemacht und augenfällige Betrügereien zu lange ignoriert wurden. So lange man mit solchen Verhaltensweisen rechnen muss, bleibt der IWF die bessere Feuerwehr. Gerade weil er so unbequem ist.

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Autor: Thomas Hauser