Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. November 2014

Tagesspiegel

Fracking am Bodensee: Die Risiken sind zu groß

Vergiftetes Trinkwasser, Explosionen durch austretendes Methangas – es gibt viele Schreckensbilder, die vor Fracking warnen. Mit dieser Technik, bei der geheim gehaltene chemische Substanzen zum Einsatz kommen, wird das Gestein in bis zu 5000 Meter Tiefe aufgebrochen und das darin gebundene oder eingeschlossene Gas herausgelöst. In den USA hat dies zu einem – wiewohl erkennbar überschätzten – Aufschwung der Gas- und Ölproduktion geführt. Doch welches Land träumt nicht davon, sich wahlweise vom teuren arabischen Öl oder vom politisch heiklen russischen Gas unabhängig zu machen und Selbstversorger zu werden? Aber selbst wenn man die Schreckensbilder als Polemik abtut, bleibt Fracking immer noch eine Technik, deren Sicherheitsstandards mindestens so fragwürdig sind wie die der Geothermie – und manche Probleme, meinen Geologen, lassen sich womöglich gar nicht lösen. Was allein schon die Geothermie-Technik anrichten kann, erleben die Menschen in Staufen und anderswo hautnah. Angesichts der Bedeutung des Bodensees für die Trinkwasserversorgung des halben Landes darf daher niemand eine Verunreinigung des Grundwassers in dessen Einzugsgebiet durch Fracking riskieren. Das ist inzwischen politischer Konsens. Nicht zuletzt dies dürfte Parkyn Energy klar gemacht haben, dass am Bodensee eine Investition in Öl- und Gasförderung hinausgeworfenes Geld ist: Ein Argument, dem sich am Ende kein Unternehmen entziehen kann.

Werbung

Autor: Wulf Rüskamp