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25. Februar 2015

Fußball-WM im Winter

Tagesspiegel: Erzwungene Vernunft

Bevor die Gralshüter des Fußballs jetzt unisono aufstöhnen, sei ihnen gesagt: Schon aus medizinischen Gründen ist es allemal besser, 2022 in Katar unter vergleichsweise kühler Wintersonne den Fußball-Weltmeister zu küren, als mitten im Hochsommer, wenn in dem trockenen Golfemirat Temperaturen von 45 Grad Celsius keine Seltenheit sind. Zumindest so gesehen hat die Task Force des Weltverbandes (Fifa) eine geradezu weise Entscheidung getroffen. Eine nicht ganz freiwillige indes. Erst spät hat man nämlich bei der Fifa bemerkt, dass sommerliche Höchstleistungen vielleicht noch von Einheimischen erbracht werden können, Sportler und Zuschauer aus gemäßigteren Klimazonen aber tüchtig ins Schwitzen kommen würden. Mehr als ihnen lieb sein dürfte, womöglich. Und als die Olympier bei der aufkeimenden Verlegungsdiskussion darauf hinwiesen, dass im Februar eine zeitliche Kollision mit den Winterspielen im selben Jahr droht, war man bei der Fifa in der Bredouille. Die suspekte Wahl des bislang nicht für Fußball bekannten Austragungsortes war schließlich schon belastend genug. Öl, Kamele und Menschenrechtsverletzungen: Viel mehr war von Katar hierzulande kaum bekannt. Den kuriosen Termin haben jetzt die Klubs und die Ligen auszubaden. Statt um den Herbstmeister zu wetteifern, heißt es jetzt: Pause machen. Da Fußball heutzutage aber mehr Geschäft ist denn Sport, wird das die Fifa wenig kümmern. Hauptsache, die eigene Kasse klingelt.

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Autor: Michael Dörfler