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10. Februar 2015

Tagesspiegel

Lohnsteigerung und Ausfuhr - Exportieren lohnt sich

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am selben Tag die Zahlen für den Außenhandel des Jahres 2014 und für die Reallohnentwicklung. Das ist reiner Zufall. Doch es gibt einen Zusammenhang.

Im Außenhandel gibt es neue Rekorde, sowohl bei der Ausfuhr wie der Einfuhr. Die Arbeitnehmer in Deutschland können sich – nach Abzug der Inflationsrate – über die höchsten Steigerungen der Bruttolöhne seit dem Einheitsboom freuen. Auf den zweiten Blick haben die beiden Statistiken ziemlich viel miteinander zu tun. Weil der Export so floriert, können in den Branchen, die viele Waren ausführen, gute Löhne gezahlt werden. Das sind vor allem die Autoindustrie, der Maschinenbau und die chemische Industrie. In der Chemie wurde im vergangenen Jahr ein nominelles Lohnplus von 3,7 Prozent vereinbart – weit über dem Bundesdurchschnitt von 2,4 Prozent. In der Metallindustrie, die den Maschinenbau, die Autoindustrie und deren Zulieferer einschließt, wurde 2012 ein zweijähriger Tarifvertrag geschlossen mit Erhöhungen von 3,4 und 2,2 Prozent. Dies sind auch die Branchen, in denen viele Männer Vollzeit arbeiten und Gewerkschaftsmitglieder sind, und in denen die Tarifverträge für viele Betriebe gelten. Umgekehrt gilt: In den auf den Binnenmarkt orientierten Branchen wie dem Handel, mit vielen Teilzeit arbeitenden Frauen, geringer Tarifbindung und schwacher gewerkschaftlicher Organisation ist es schwierig, Lohnerhöhungen durchzusetzen. Immerhin: Von der niedrigen Inflationsrate profitieren alle.

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Autor: weg