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21. Oktober 2015

Tagesspiegel

IG Metall wählt neue Führung: Gewerkschaft im Umbruch

Ja, mit Christiane Benner wurde erstmals eine Frau in die Spitze der IG Metall gewählt. Aber das ist, mit Verlaub, im Jahr 2015 nicht das wichtigste Signal der Vorstandswahlen bei Deutschlands größter Einzelgewerkschaft.

Interessanter ist, dass mit dem Ökonomen Jörg Hofmann und der Soziologin Benner zum ersten Mal kein klassischer Metaller mehr die IG Metall führt. Beide kennen zwar Betriebe, deren Belegschaft sie vertreten auch von innen, aber beide waren die überwiegende Zeit ihres Berufslebens Funktionäre. Die Zeit als Unternehmer mit Arbeitern verhandelten ist also auch in der Metallindustrie vorbei. Entscheidender ist, dass mit dem gewieften Tarifverhandler Hofmann und der Frau, die sich in der Gewerkschaftszentrale schon lange mit den Folgen der Digitalisierung auseinandersetzt, das zentrale Zukunftsthema der Branche personalisiert wurde. Dabei gilt es sowohl die eigenen Mitglieder als auch viele Unternehmen dafür zu sensibilisieren, dass sich die Arbeitsbedingungen in dieser Branche dramatisch verändern werden. Tarifpolitik und Betriebe stehen hier vor gewaltigen Herausforderungen. Zunächst aber ist Hofmann bei VW als Krisenmanager gefordert. Mit der in Frankfurt ausgegebenen Parole "Wir zahlen nicht für Eure Krise" wird er sich als Aufsichtsrat aus der Mithaftung in der Diesel-Affäre nicht herauswinden können.

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Autor: Thomas Hauser