Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

31. Januar 2015

Tagesspiegel

Endlagersuche: Grenzen sind vergänglich

Den idealen Standort für Atommüll gibt es nicht, niemand hat ihn je gefunden – weil niemand für mehrere zehntausend Jahre Sicherheit garantieren kann. Somit ist die Suche nach einem solchen Ort nur eine Annäherung an das Optimum. Eine, die notgedrungen Prämissen folgt. Die erste ist nicht geologischer oder physikalischer Natur, sondern sie folgt politischen Realitäten: Jedes Land ist selbst für die Entsorgung seines Atommülls verantwortlich. Das mag man beklagen, aber die Verhältnisse sind, wie sie sind. In diesem Rahmen geht ist die Schweiz konsequent: Sie sucht im eigenen Land nach den technisch besten Voraussetzungen, um die strahlenden Lasten von ein paar Jahrzehnten Stromerzeugung für die Ewigkeit sicher wegzuschließen. Die Kriterien, nach denen die Suche verläuft, liegen auf dem Tisch. An ihrer Auswahl gibt es im Detail Kritik von Experten. Deren Bedenken müssen in der nächsten Erkundungsetappe ausgeräumt werden. Natürlich weckt es Argwohn, wenn nun vor allem grenznahe Standorte in die engere Wahl kommen. Das ist aber kein Indiz dafür, dass sachfremde Überlegungen die Oberhand gewonnen hätten. In der Schweiz ist man sich der Dimension der Herausforderung bewusst und auch der Vergänglichkeit politischer Grenzen angesichts der Zeiträume, um die es geht. Die beste Gewähr für Sicherheit ist, über den Rhein hinweg sachlich daran zu arbeiten, zumindest das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Werbung

Autor: Franz Schmider