Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

25. November 2014

Tagesspiegel

Atomstreit mit dem Iran: In der Sache harte Fronten

Der Atomstreit mit dem Iran bleibt der Welt vorerst erhalten. Das ist keine gute Nachricht, insbesondere deshalb nicht, weil schon vor einem Jahr ein angeblicher Durchbruch in diesem Streit erzielt und – voreilig – gefeiert worden war. Seitdem war es offiziell nur noch um den Abschluss des endgültigen Abkommens gegangen. Eine beschönigende Untertreibung, wie sie selbst in der zu beschönigenden Untertreibungen neigenden Sprache der Diplomatie selten zu finden ist. In Wahrheit hatten beide Seiten lediglich ihr gestiegenes Interesse an einer Lösung des Streits dokumentiert und zum Zeichen des guten Willens jeweils ein paar Bonbons verteilt. Das war eine notwendige, aber eben keine hinreichende Basis für eine wirkliche Lösung. Man darf annehmen, dass das Interesse an einem Abkommen weiter besteht. Der Iran ächzt unter den Sanktionen, der Westen wünscht sich Teheran als Verbündeten im Kampf gegen die Fanatiker des Islamischen Staats, und Russland würde wohl gern zeigen, dass es auch noch konstruktive Außenpolitik kann. Dagegen stehen allerdings die unverändert harten Fronten in der Sache. Bis heute leugnet der Iran, dass sein Atomprogramm überhaupt dazu gedacht sei, eine Atombombe bauen zu können. Bis heute ist das Land nicht zu Zugeständnissen bereit, die den Bau einer solchen Bombe wenigstens für einige Jahre ausschließen würden. Dass der Konflikt deshalb fortdauert, ist logisch. So wie logischerweise bald weiter verhandelt werden muss.

Werbung

Autor: Thomas Fricker