30. Dezember 2008
Katastrophenjahr 2008
Tagesspiegel: Klimaschutz schafft Arbeit
Über der einen Krise kann man die andere vergessen. Derzeit scheint es so, als wollten Politiker hierzulande zuerst gegen Finanzkrise und Rezession kämpfen und irgendwann später gegen die Klimakatastrophe. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die einmal international als Vorreiterin für Klimaschutz galt, hat nun eher das Wohl der angeschlagenen Automobilindustrie im Auge. Ein verlorenes Jahr verträgt das Weltklima aber nicht. Das arktische Eis schmilzt im Rekordtempo und rascher als in den schlimmsten Prognosen. Die dicht bevölkerten und mit Fabriken eng bestückten Küstenregionen dieser Welt melden immer häufiger Land unter. Deshalb kann man sich nicht zwischen dem Kampf gegen den Klimawandel und dem Kampf gegen die Rezession entscheiden, zumal sich beide Ziele verknüpfen lassen. Alternative Energien schaffen Arbeitsplätze. Das gilt besonders für Deutschland, das in diesem Bereich technologisch führt und seine Innovationen exportiert. Auf den Binnenmarkt bezogen wäre die wärmedämmende Sanierung von Altbauten ein ideales Konjunkturprogramm mit riesigem Beschäftigungspotenzial – und exportfähiger Technologie. Deutsche Unternehmen, die laut Experten in diesen Sektoren weltweit an der Spitze liegen, sollten dies nicht kurzsichtig verspielen. Sonst könnte der langjährige Bremser USA unter dem neuen Präsidenten Barack Obama Deutschland bei wichtigen Zukunftstechnologien rasch den Rang ablaufen.
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Autor: Thomas Magenheim-Hörmann




