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10. Februar 2012
Sparpaket in Griechenland
Tagesspiegel: Schmerzhafte Einschnitte
Jetzt ist der Weg frei für weitere finanzielle Hilfen. Doch in die Erleichterung mischt sich in Griechenland viel Bitterkeit.
Athen, Berlin, Brüssel – Europa atmet erst einmal auf: Nach langem Ringen hat sich die Regierung in Griechenland auf ein weiteres Sparpaket geeinigt. Es blieb ihr auch nicht viel anderes übrig. Jetzt ist der Weg frei für weitere finanzielle Hilfen. Doch in die Erleichterung mischt sich viel Bitterkeit. Die Griechen leiden – vor allem den Rentnern und den Arbeitslosen tun die neuen Einschnitte richtig weh. Ohne den engen Zusammenhalt der Familien würden wohl noch viel mehr Menschen als ohnehin schon bei den Suppenküchen anstehen. Die Griechen sind aber auch wütend – weil Europa (vor allem Deutschland!) ihnen derart große Opfer abverlangt. Die Gefühle sind zumindest zum Teil nachvollziehbar: So treffen die Sparprogramme bislang die Kleinen und lassen die Nutznießer des griechischen Patronagesystems größtenteils ungeschoren. Das aber haben vor allem griechische Politiker verschuldet. Und so wird es auch mehr Steuergerechtigkeit so schnell nicht geben. Denn trotz vollmundiger Ankündigungen hat Griechenland es bisher nicht vermocht, die versprochenen politischen Reformen umzusetzen. Zum einen fehlt das Wissen, zum anderen aber haben die Parteien den Staat schon so lange ausgenommen und vernachlässigt, dass eine Neuanfang Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern wird. So weit aber denken viele Politiker in Athen nicht, sie schielen lieber auf die Parlamentswahl im April. Diese Aussichten sind frustrierend, nicht nur für die Griechen.
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Autor: Frauke Wolter
