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17. März 2015

Rekordwerte an der Börse

Tagesspiegel: Trendwende nicht absehbar

12 000, 13 000 oder noch mehr? Die Grenze am Aktienmarkt verschiebt sich immer weiter nach oben. So weit, dass selbst Börsenprofis nicht mehr mitkommen. Was sich derzeit im Dax abspielt, hat fast fantastische Züge. Und doch gibt es handfeste Gründe für die schwindelerregende Rekordfahrt. Da ist vor allem die Europäische Zentralbank, die Monat für Monat 60 Milliarden Euro in den europäischen Finanzsektor pumpt. Bis September 2016 summiert sich dies auf gigantische 1,14 Billionen Euro. Damit soll die Deflationsgefahr gebannt, die Kreditvergabe angekurbelt und die Wirtschaft in Fahrt gebracht werden. Viel Geld landet offenbar auch an der Börse. Unter anderem, weil Sparanlagen und Bundesanleihen faktisch keine Zinsen mehr abwerfen. Und dies wohl noch für einige Zeit. Dazu kommt der schwache Euro, der Exporte in den Dollarraum verbilligt. Es gibt einen weiteren markanten Unterschied zu früheren Börsenhochs: Deutsche Konzerne – Energiekonzerne und Banken ausgenommen – sind heute solide aufgestellt, ihre Geschäfte laufen gut, ihr Eigenkapital ist stattlich, die Schulden bescheiden. Sie zahlen zudem reichlich Dividende. Die Börsenwelt hat sich fundamental geändert. Trotzdem: Aktien sind mittlerweile teuer. Und Kurse kennen niemals nur eine Richtung. Käme etwa der Grexit oder eskalierte der Streit mit Russland, stünde auch die Börse wieder vor schwierigen Zeiten. Eine Korrektur wäre dann denkbar, eine krasse Trendwende aber eher nicht.

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Autor: Rolf Obertreis