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16. Januar 2014

Ausbau der Rheintalbahn

Tagesspiegel: Trommeln für Südbaden

Ein gutes Jahr liegt die gefeierte Eröffnung des Katzenbergtunnels zwischen Schliengen und Efringen-Kirchen zurück. Die Jubelreden sind inzwischen verklungen, die Euphorie ist verflogen. Stattdessen ist viel Sand im Getriebe beim Ausbau der Rheintalbahn: Im Süden ist der Anschluss der Bürgertrasse an den Tunnel noch umstritten, im Norden ist man sich nicht einig über den Trassenverlauf, in der Mitte kommen die verabredeten Umplanungen nur langsam zum Abschluss. Zu allem Überfluss hat die Bahn ihren wichtigsten Planer abgezogen, der seit vielen Jahren mit dem Projekt vertraut ist. Damit stehen Verabredungen mit Bürgern und Politikern wieder zur Diskussion – was die Sache nicht beschleunigt. Sollte nun auch noch die Bundesrepublik im Wettrennen um den Zugang zu den Brüssler Fördertöpfen zu spät kommen, wäre das verheerend. Noch sind die Bürger im Rheintal bereit, eine europäische Last zu übernehmen – selbst profitieren werden die Menschen zwischen Offenburg und Weil am Rhein von der neuen Schienenstrecke allenfalls mittelbar. Umso mehr muss eine solche Last auf das Notwendige begrenzt bleiben. Wenn sich der Eindruck verfestigt, dass nicht alles Erdenkliche getan wird, um den Lärmschutz zu verbessern, ist dieser Grundkonsens schnell dahin. In Brüssel zu trommeln und den Südbadenern so Gehör zu verschaffen, ist das Mindeste, was man von der Bundesregierung erwarten darf. Auch wenn Südbaden weit weg ist von Berlin.

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Autor: Franz Schmider