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18. Januar 2016

Tagesspiegel

Ende der Iran-Sanktionen: Vertrauen aufbauen

Als vollwertiges Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft wird von der Regierung in Teheran jetzt erwartet, dass sie konstruktiv an der Lösung der vielen Konflikte im Nahen Osten mitarbeitet. Nach Jahren der Isolation dürfen vom Iran keine Wunderdinge erwartet werden. Der Atom-Deal ist weiterhin höchst zerbrechlich. Die Gegner des Abkommens, ob in Israel, Riad oder den USA, werden ihren Widerstand so bald nicht aufgeben: Erst vor zwei Wochen hatten die Saudis versucht, den Iran mit der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al Nimr zu unüberlegten Handlungen zu provozieren. Das Abkommen war zu diesem Zeitpunkt bereits in trockenen Tüchern. Auch für die Amerikaner war die kurzzeitige Verhaftung von zehn Seeleuten durch iranische Revolutionsgardisten kein Grund für eine radikale Kurskorrektur. Barack Obamas größter außenpolitischer Erfolg sollte nicht gefährdet werden. Um diesen Erfolg zu konsolidieren, müssen jetzt weitere Schritte zwischen Washington und Teheran folgen. Auch wenn es für eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen noch zu früh ist, darf der Gesprächsfaden nicht abreißen. Dies gilt auch für Europa, das mehr tun muss, als mit dem Iran nur gute Geschäfte zu machen. Nach Jahren des tiefen Misstrauens muss Vertrauen aufgebaut werden. Dies ist die Aufgabe der Politik und nicht der Wirtschaft.

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Autor: Michael Wrase