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10. Juli 2012

Landesrechnungshof zu Lehrern

Tagesspiegel: Vorgezogene Prügel

Der Landesrechnungshof hat gewiss nicht erwartet, für seine Vorschläge zur Bildungspolitik Lob zu hören – schon gar nicht von Eltern oder Lehrergewerkschaften. Doch das hat seine Beamten nicht abgehalten, einfach zu rechnen, wie es ihr Auftrag ist: Wenn die Zahl der Schüler schrumpft, muss es auch die der Lehrer. Und zwar erst recht, wenn angesichts der Schuldenlast des Landes Sparsamkeit oberstes Gebot sein sollte. Insoweit hat die Forderung, bis 2022 auf rund 14 000 Lehrerstellen zu verzichten, eine innere Logik. Nur passt die gar nicht in die gegenwärtige Bildungspolitik. Die grün-rote Landesregierung hat den Wählern versprochen, mehr für die Schulen zu tun. In der Tat gab und gibt es beträchtliche Defizite: Es fehlte bisher an Krankheitsvertretungen, an Personal für kleinere Klassen und an Kapazitäten für neue, aufwendigere Unterrichtsformen. Deshalb war es richtig, Lehrerstellen nicht im Gleichschritt mit den sinkenden Schülerzahlen abzubauen. Doch, auch wenn der Spruch "die demographische Rendite bleibt, im System" wunderbar von den Lippen geht, dürfte verantwortungsbewussten Politikern klar sein, dass diese Linie auf längere Sicht nicht durchzuhalten ist. Daher werden sie in wenigen Jahren die Prügel beziehen, die jetzt der Landesrechnungshof einsteckt. Denn es wird immer Eltern und Lehrer geben, die nicht einsehen, dass auch die Bildungsausgaben bei aller Prioritätensetzung im wirtschaftlich vertretbaren Rahmen bleiben müssen.

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Autor: Wulf Rüskamp