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23. Februar 2012

Unterm Strich

Großbritannien: Panzer für Deutschland

Britannien muss sparen und parkt sein Militärgerät im Ausland / Von Peter Nonnenmacher.

Auf einen kleinen Schreck müssen sich britische Soldaten gefasst machen, wenn sie demnächst im Rahmen erneuter Kasernen-Schließungen am Rhein die Koffer packen und die Heimreise antreten werden. Im Zug zur Insel könnte ihnen nämlich auf dem Gegengleis die eigene Armee entgegenkommen – ein Konvoi mehrerer tausend britischer Panzer, Panzerwagen und sonstiger Kriegsgefährte auf dem Weg nach Germany. Die Briten fallen in Deutschland ein, während sie ihre Soldaten aus Deutschland abziehen?

Dem Plan liegt keine neue Vorwärts-Strategie zugrunde, sondern ein rückläufiges Militärbudget. Wegen scharfer Sparmaßnahmen müssen auch heimische Kasernen geschlossen werden. Einige davon eignen sich als Bauland, lohnen also den Verkauf. Besonders das Militärgelände von Ashchurch in der Grafschaft Gloucestershire. Auf diesem riesigen Stück Land sollen über 2000 Wohnungen gebaut werden. Vorher aber müssen 6000 Militärfahrzeuge von dort verschwinden. Ashchurch ist nämlich der einzige Platz, an dem die britische Armee ihre Fahrzeuge und Panzer parkt und repariert. Diese könnten nun allesamt für ein paar Jahre in die Ayrshire-Kaserne der Briten bei Mönchengladbach verfrachtet werden. Seit der Londoner Guardian diesem Plan auf die Spur gekommen ist, rauft sich so mancher die Haare. Besorgte Patrioten fürchten, dass ausgelagerte Panzer in einem Krisenfall nicht zur Verfügung stünden. Wie brächte man sie schnell nach Großbritannien zurück? Finanzfachleute geben zu bedenken, dass die Verfrachtung auch einiges kosten würde. Man kann die Panzer ja schlecht über Äcker und Felder in Deutschland einrollen lassen, wie vor 67 Jahren. Vor allem aber sinniert die Nation über den Sinn der Aktion. In der ganzen europäischen Militärgeschichte habe es nur einen vergleichbaren Fall gegeben: Nämlich als der vom BBC-Komiker Rowan Atkinson beschworene Wikinger-Häuptling Olaf der Haarige "versehentlich 80 000 Helme bestellte, bei denen die Hörner innen angebracht waren".

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Autor: no