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17. Februar 2017 00:00 Uhr

Unterm Strich

Warum die UNO sexy Sonderbotschafter sucht

Ab jetzt sollen die Nachhaltigkeitsziele bei der UNO eindeutig erotischer sein als die Sonderbotschafter. Den Zuschlag bekamen knubbelige blaue Zwerge mit Wampe.

Die Vereinten Nationen haben verdienstvolle Dinge zu erledigen. Für eine gerechtere und glücklichere Welt wollen sie ihre Nachhaltigkeitsziele bewerben, und das ist in etwa so schwierig, wie Werbung für Zahnzusatzversicherungen oder sexy Stricksocken. Das weiß die UNO natürlich und holt sich deshalb Sonderbotschafter ins Boot – gern aus dem Comicbereich. Jetzt muss man mit der Wahl dieser Botschafter nur noch richtig liegen.

Neulich ging’s leider prompt schief. Da sollte "Wonder Woman" UN-Sonderbotschafterin für die Stärkung von Frauen und Mädchen werden. Riesenaufschrei. Selbst eigene Mitarbeiter rebellierten in einer Internetpetition gegen die leichtbekleidete, "großbusige, weiße Frau mit den unmöglichen Proportionen" aus dem Jahr 1941. Also Kommando zurück.

Nun will die UNO nichts falsch machen. Jetzt sollen die Nachhaltigkeitsziele eindeutig erotischer sein als die Sonderbotschafter. Den Zuschlag bekamen knubbelige blaue Zwerge mit Wampe. Weil sie zeigen sollen, dass jeder etwas bewirken kann, unabhängig von seiner Größe. Man liest, für die Schlümpfe sei es eine Ehre, die UNO zu vertreten. Gilt das echt auch andersrum?

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Will man "Schlümpfe und UNO" googeln, landet man bei "Schlümpfe und der Ku Klux Klan" und einem Haufen anderen bösen Zeugs. Für die einen ist Papa Schlumpf der Anführer von besagtem rassistischem Geheimbund, für die anderen Stalin oder gleich Hitler. Und Schlumpfine? Symbolisiert mit ihren blonden Locken nichts anderes als das arische Ideal der Weiblichkeit, findet der französische Wissenschaftler Antoine Buéno. Ob da was dran ist? Schwer zu recherchieren, Zeichner Peyo ruht seit 1992 in Frieden.

Drängender ist eh die Frage, warum es keinen echten Menschen gibt, der gern hübsch, vor allem aber antirassistisch ist, einen Sinn für Nachhaltigkeit hat – und ein bisschen Zeit. Barack Obama hat ja neuerdings recht viel Muße zum Kitesurfen in der Karibik. Vielleicht wäre das der UNO mal einen Anruf wert?

Autor: Martina Philipp