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12. März 2010

Grundschulempfehlung

Das Bild vom Viehmarkt drängt sich auf


Es ist schon schlimm.
Fast jeden Tag wird auf diese oder andere Weise über Schule, Unterricht, Schulentwicklung usw. geschrieben und kritisiert. Das Wort Bildung kann man heute überall finden, und jeder benutzt es so, wie er es gerade braucht. Nun hat Petra Kistler auf eine sehr anschauliche Weise beschrieben, was jeden Tag zwischen Eltern, Lehrern und Schülern in einer vierten Klasse Grundschule passiert: fördern, fordern, trösten und vor allem selektieren.

Das Bild von einem Viehmarkt drängt sich auf: Welches Stück Vieh kommt in welchen Verkaufspferch. Man sortiert aus, und dann wird je nach Wert für Züchtung, Mästung und Schlachtung gehandelt. In den Schulen ist es fast so schlimm: Wir wissen, dass die Selektion in der vierten Klasse viele schlimme Folgen für die Schüler produziert, die nicht in den besten oder zweitbesten Pferch sortiert worden sind: Entehrung, Kränkung, Abstieg und soziale Ächtung sind nur einige dieser Folgen oft für ein Leben lang.

Nach meinen eigenen jahrelangen Untersuchungen über Schülerverhalten und Schülerbewusstsein ist diese frühe Selektion und damit die Verschleuderung kulturellen Kapitals nicht mehr verantwortbar. Aber warum ändern die Parteien und Regierungen die Situation nicht? Meine These ist: Die konservativen Parteien bauen auf eben diesem Muster der frühen Selektion ihre Strategie auf, um das künftige Wählerpotenzial zu sichern.

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Viele Eltern und Erwachsene, die nicht dieser elitären Ständegesellschaft angehören wollen, haben für das kommende Wahljahr die Chance, nur solche Parteien und Personen zu wählen, die diese Situation Schritt für Schritt ändernwollen.

Autor: Dr. Edmund Kösel, Bahlingen