Afghanistan-Einsatz

Das Einlullen seitens unserer Regierung muss endlich aufhören

Dr. Manfred Höfert, Freiburg

Von Dr. Manfred Höfert & Freiburg

Di, 02. Januar 2018

Leserbriefe

Zu: "Einsatz am Hindukusch", Agenturbeitrag (Politik, 20. Dezember):

Es reicht! Es reicht, dass unsere Verteidigungsministerin im Kielwasser der Trump-Administration nun auch die deutschen Truppen in Afghanistan verstärken möchte.

Hatte Präsident Trump vor seiner Wahl noch getwittert: "Lasst uns rausgehen aus Afghanistan. Unsere Truppen werden von Afghanen, die wir ausgebildet haben, getötet, und wir verschwenden dort Milliarden. Unsinn! Baut Amerika wieder auf", so autorisierte er Mitte Juni dieses Jahres das Pentagon, die Truppenstärke von derzeit 8400 in Syrien, Afghanistan und im Irak nach Bedarf zu erhöhen.

Und es reicht die geleistete Ausbildungsarbeit für die afghanischen Streitkräfte, die sich nach über 15 Jahren vergeblicher Mühen einer sich verschlechternden Sicherheitslage gegenübersehen.

Das Einlullen seitens unserer Regierung muss endlich aufhören. Will denn niemand sehen, dass dieser "Krieg" am Hindukusch nicht zu gewinnen ist? Die Briten verließen 1842 zum ersten Mal frustriert Afghanistan, kamen später zurück, um dann 1919 definitiv abzuziehen. Die Russen besetzten das Land 1979 und zogen sich nach dem Zerfall der Sowjetunion 1989 überstürzt zurück. Als in Afghanistan die Taliban endgültig die Macht übernommen hatten, kamen 2001 die Amerikaner, die wohl aus ihren Erfahrungen in Vietnam nichts gelernt hatten, die Nato im Schleppbau.

Jeder verwundete und getötete Soldat ist einer zu viel. Jeder am Hindukusch eingesetzte Euro ließe sich auch bei der Bundeswehr besser ausgeben.

Holt endlich unsere Jungs da raus!

Dr. Manfred Höfert, Freiburg