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20. Juli 2012

Beschneidung

Das ist kein lebenswichtiger Eingriff

Zu: "Straffreiheit für Beschneidung von Jungen", Beitrag von Christian Rath (Politik, 14. Juli):

Zu der Diskussion um die Beschneidung von Jungen möchte ich einige Gesichtspunkte beitragen.

Erstens: Das Grundgesetz schreibt vor, dass die Würde und die Unversehrtheit von Menschen unantastbar sind. Neben den Eltern hat der Staat die Aufsichtspflicht über seine Bürger. Da ein Mensch erst mit der Volljährigkeit selbst entscheiden kann, sind in Fällen eines medizinischen Eingriffs die Eltern zustimmungspflichtig. Das gilt aber nur für lebenswichtige Eingriffe. Niemand wird behaupten können, dass eine Beschneidung ein lebenswichtiger Eingriff ist.

Zweitens: Wir setzen uns in vielen Organisationen dafür ein, dass in Afrika die Mädchen nicht mehr verstümmelt werden. Auch das sind großenteils Eingriffe, die aus althergebrachten religiösen Gründen gemacht werden. Im Rahmen einer Gleichbehandlung kann es aber nicht angehen, dass derlei Eingriffe unterschiedlich behandelt werden. Oder wir müssen ab sofort die Verstümmelungen im Genitalbereich von Mädchen ebenfalls zulassen und dürfen das nicht mehr anprangern?

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Autor: Dr. Brigitte Schuler, Wiesbaden


3 Kommentare

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Helene Weissbrot

Registriert seit: 21.07.2012

Kommentare: 17

21. Juli 2012 - 16:23 Uhr

Ein mutiger Kommentar!
ich habe gerade ge-geogle-t nach ...
vergleich männliche und weibliche beschneidung
...und mich mal eingelesen.

Man sollte sich informieren, bevor man ein Leid zu einem kleinem Leid herabspielt und dann mit angeblich größerem Leid vergleicht. Was soll überhaupt diese Pornographie des Schmerzes?

Wir leben in einer aufgeklärten Zivilisation und begrüßen Neugeborene mit dem Skalpell? Das kann doch nicht angehen!

Ich hoffe, dass das Bundesverfassungsgericht sich nicht zum Spielball religiöser Interessenvertreter machen lässt und diesem Spuk ein Ende bereitet!

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Jürgen Umfahr  

Jürgen Umfahr

Registriert seit: 21.07.2012

Kommentare: 36

22. Juli 2012 - 09:38 Uhr

Würden doch nur alle Ärzte wie Dr. Rath zuvörderst an das Wohl der ihnen Anvertrauten denken!

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Helene Weissbrot

Registriert seit: 21.07.2012

Kommentare: 17

22. Juli 2012 - 13:03 Uhr

und hier ein (sehr sachlicher) Artikel in Spiegel Online, der andeutet, wie schwierig es sein wird, die Beschneidung straffrei zu stellen:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/beschneidung-ein-plaedoyer-fuer-das-grundgesetz-von-bettina-roehl-a-845502.html

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