Schule

Den Eltern obliegt alleine die Verantwortung

Gerhard Beck

Von Gerhard Beck (Freiburg)

Fr, 11. Januar 2019

Leserbriefe

Zu: "Sieben Schüler unter Verdacht", Zuschrift von Günter Rausch" (Forum, 22. Dezember)

Den Ausführungen von Günter Rausch in Sachen "Porno per Whatsapp" möchte ich in Teilen widersprechen. Der Umgang mit den Möglichkeiten eines modernen Mobilcomputers ist in der Tat eine große Herausforderung, insbesondere für junge Nutzer. Zu glauben, wir als Eltern oder Lehrer hätten Einfluss auf die weltweit agierenden Anbieter, ist naiv. Angebot und Nachfrage sowie länderbezogene Gesetze regeln den Umgang.

Die Verantwortung des Umganges liegt in erster Linie beim Nutzer. Diesen Umgang den Schulen als Aufgabe zuzuschreiben, halte ich für wenig zielführend. Den Eltern obliegt alleine die Verantwortung, ob und wie ihr Kind ein Handy oder den PC nutzt. Es ist mit dem Kauf nicht getan. Der sachgerechte Umgang mit den Vor- und Nachteilen beziehungsweise Gefahren obliegt alleine dem elterlichen Erziehungs- und Sozialisationsauftrag. Dann muss eben zu Hause über Sexualität und Pornographie und dem Umgang damit gesprochen werden.

Sicher haben Schulen auch einen Erziehungsauftrag. Dieser zielt aber eher auf die Vermittlung der Kompetenzen in Sachen Demokratie und Toleranz ab und soll die allgemeinen sozialen Kompetenzen beinhalten. Mehr können Schulen bei der Fülle der Kernaufgaben (Vermittlung von Mathe, Deutsch, Fremdsprachen und so weiter) nicht leisten. Zusätzliche Aufgaben würden in eine weitere Aufstockung des Stundenplanes münden. Wollen wir das? Ich glaube eher nicht.

Gerhard Beck, Freiburg