Fall Dickhuth

Der Betroffene hat einen Anspruch auf vollständige Rehabilitation

Hermann Scharnagl

Von Hermann Scharnagl (Reute)

Mo, 18. Juni 2018

Leserbriefe

Zu: "Dickhuths Doktoranden behalten Titel", Beitrag von Wulf Rüskamp (Politik, 1. Juni)

Unverständlich ist, dass der Promotionsausschuss trotz wiederholter schriftlicher Bitten seiner Rechtspflicht nicht nachgekommen ist und Professor Dickhuth keine Anhörung gewährt hat.

Unberücksichtigt blieb darüber hinaus, dass die Doktoranden die Endfassungen ihrer Dissertationen am Betreuer Dickhuth vorbei dem Doktorvater und Erstgutachter Professor Keul direkt vorlegten. Meine Recherchen haben ergeben, dass dies auch dem Promotionsausschuss bekannt ist. Von einer Verletzung der Betreuerpflicht kann in keiner Weise die Rede sein, zumal der Betreuer seine Korrekturempfehlungen als Orientierungshilfe sah und nicht zum unzitierten Abkupfern durch die Doktoranden.

Was am meisten erstaunt: Die Uni-Verantwortlichen können offenbar das eine (privatrechtliche, nämlich Urheberrecht) nicht vom anderen (verwaltungsrechtlichen) trennen.

Die Prüfungsleistungen zur Lehrbefugnis hat Hans-Hermann Dickhuth korrekt erbracht, und das ist der eigentliche Knackpunkt, vor dem die Uni-Verantwortlichen sich drücken oder ihn nicht verstehen.

Erwiesen ist (siehe Aufhebung des Disziplinarverfahrens Mitte September 2014): Professor Dickhuth hat weder arglistig noch mit unlauteren Mitteln seine Lehrbefugnis erschlichen. Laut Habilitationsordnung ist aber nur dies – Arglist und Täuschung – ein Grund für die Rücknahme der Habilitation.

Fazit: Die Rücknahme der Dickhuth-Habilitation ist rechtswidrig, sodass der Betroffene einen Anspruch auf vollständige Rehabilitation hat.

Hermann Scharnagl, Reute