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16. August 2008

milchbauern

Die Futterkosten sind explosionsartig gestiegen

Theo Müller sieht die Rettung der Milchbauern in der Kostensenkung. Dies ist aber im Moment nicht möglich, denn es sind die Futterkosten und nicht die Kosten für Stall oder Tierarzt, die uns Bauern in die Knie zwingen. Die Futterkosten sind durch die gestiegenen Energiekosten sowie durch die große Nachfrage nach Bioenergie in letzter Zeit explosionsartig in die Höhe geschnellt. Und das für alle deutschen Milchbauern gleichermaßen. Wenn keine Unterstützung durch die Politik kommt, gibt es daher ein flächendeckendes Bauernsterben.

Sicher werden Müller und Konsorten dem einen oder anderen Milchbauern einen Gärtnerposten als Greenkeeper für ihre Golfplätze verschaffen, ein "Bauernauferstehen" ist das aber nicht. Denn was dabei tatsächlich auf der Strecke bleibt, sind mehr als nur Arbeitsplätze. Es ist ein Stück deutscher Kultur: Regionalität, Selbstversorgung, Nahrungsmittelsicherheit, Arbeit in Würde, Selbstständigkeit und nicht zuletzt unsere vielfältige Kultur- und Erholungslandschaft.Wenn, dann – wie Müller vorschlägt – die Produktion verlagert wird, weiß keiner mehr genau, wie Milch produziert wird. Vermutlich wird sie mit genmanipuliertem Mais gefütterten Hormonkühen in Ländern gemolken, in denen sich die Durchschnittsbevölkerung diese Milch nicht leisten kann. Dann wird das Produkt mit viel Energie nach Deutschland transportiert und mit künstlichen Aromastoffen angereichert.

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Da die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland durch den zunehmenden Wirtschaftsliberalismus immer größer wird, gesunde Ernährung hierzulande aber nicht zu den In-Aktivitäten zählt, werden sich immer mehr Bürger die deutsche Milch nicht mehr leisten können und sich für die billigere Milchvariante entscheiden. Dies wird den deutschen Milchbauern den Todesstoß geben und die Bevölkerung noch einen Schritt weiter von einer gesunden Lebensgrundlage wegbringen. Da aber die deutsche Politik von Wirtschaftslobbyisten gesteuert wird, ist nichts anderes zu erwarten.

Autor: Dipl.-Ing agr. Renate Walter, Disselhof, zurzeit St. Peter