Katholische Kirche

Die Rechtfertigung der katholischen Kirche ist doch sehr gewagt

Peter Pagendarm, Waldkirch-Buchholz

Von Peter Pagendarm & Waldkirch-Buchholz

Mi, 14. März 2018

Leserbriefe

Zu: "Ein falsches Bild vom Christentum", Beitrag von Gerhard Kiefer (Kultur, 7. März)

Schon die reißerisch "bombige" Einbandgestaltung des neuen Buches von Manfred Lütz ("Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums.", Verlag Herder 2018) verheißt leider nichts Gutes.

Die darin aufgestellten Thesen zur Rechtfertigung der katholischen Kirche samt ihrer mitunter höchst unheilvollen Praktiken im Verlauf der Kirchengeschichte sind doch sehr gewagt und werden von seriösen Historikern sicher so nicht geteilt. Der Autor tritt hier wohl auch mehr als Verteidiger des vatikanischen Geschichtsbildes in Erscheinung, für den er in Rom ja neben seiner nervenärztlichen Praxis schon seit vielen Jahren als Konsultor tätig ist.

Zur Gegenposition empfehle ich daher dringend die Co-Lektüre der sehr fundierten negativen Buchrezension im Internet bei Amazon von Carsten Werner ("Revisionistisches Machwerk mit vielen Fehlern").

Der Herder Verlag hat sich mit dieser fragwürdigen Publikation von früheren editorischen Glanzleistungen – erinnert sei hier an "Die Geschichte des Christentums" – Religion, Politik, Kultur, herausgegeben von Norbert Brox u. a., 14 Bände, Sonderausgabe 2010 – leider ein gutes Stück weit entfernt. Schade!
Peter Pagendarm, Waldkirch-Buchholz