schweinepest

Die Tiere müssen nun die Fehler ausbaden

Elvira Datke, Freiburg

Von Elvira Datke & Freiburg

Mi, 14. Februar 2018

Leserbriefe

Zu: "Schweinepest breitet sich weiter aus", Agenturbeitrag (Aus aller Welt, 3. Februar)

Der Bauernverband und die Agrarindustrie, die für die Massentierhaltung stehen, fordern nun wegen der afrikanischen Schweinepest einen vorsorglichen Abschuss der Wildschweine um 70 Prozent. Warum nicht gleich ganz ausrotten?

Natürlich denkt man hier nicht an das Tierwohl in den Ställen, sondern einzig an den Profit, der durch die Lappen geht, wenn auch nur ein Tier in diesen Tierfabriken erkranken sollte. Wobei es für so manches Schwein eine Erlösung wäre, sieht man sich die Haltungsbedingungen an. Statt dass man die Massentierhaltung und die Agrarlobby in Frage stellt, die dafür gesorgt haben, dass kleine Bauernbetriebe schließen mussten, wird nur der hohe Schaden bejammert, falls Großbetriebe betroffen wären. Mit zweifelhaften Jagdmethoden will man dem Ganzen habhaft werden, obwohl selbst Wildökologen das nicht befürworten.

Der Fehler liegt, wie bei allem, im System, auszubaden haben es die Tiere: die Wildschweine, die sich erst durch die Maismonokultur stark vermehren konnten und die Schweine im Stall, die leiden müssen, weil der Verbraucher seine Lust auf Fleisch möglichst billig befriedigen möchte. Elvira Datke, Freiburg