SWR-Sinfonieorchester

Dieser Leuchtturm darf nicht eingespart werden

Petra Frohnmüller-Kaufmann,

Von Petra Frohnmüller-Kaufmann &

Fr, 14. November 2014

Leserbriefe

Zu: "Und wie sie noch da sind!", Beitrag von Alexander Dick (Kultur, 6. November):

Es ist fast gespenstisch, wie sehr sich die badischen Städte, hier vor allem Freiburg, mit der Auflösung des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg offenbar abgefunden haben, als könne man nicht doch noch zu einer Lösung kommen.

Nun, wo das Projekt "Jugendkanal" des SWR gestrichen wurde, stehen 30 Millionen zur Verfügung, die dafür verplant gewesen waren. Damit plus den eingesparten Kosten für Abfindungen und Vorruhestandsregelungen sowie den bisher eingeworbenen Spenden könnte das SWR-Orchester weitere Jahre existieren, die Infrastruktur-Übungsräume, Konzertsaal, Technik ist vorhanden und müsste in Stuttgart erst geschaffen werden, wo aber zunächst einmal 300 Millionen für den Umbau und Renovierung des Opernhauses anstehen. In fünf Jahren wäre man einfach klüger.

Die Suche nach Lösungen, Sponsoren und Stiftungsmodellen kam ohne einen eigenen Apparat erst langsam in Gang, breite Protestaktionen führten erst spät, zu spät, bei der Stadt Freiburg und der Landesregierung zu ein paar Zusagen, die aber wieder handstreichartig durch einen endgültigen Entschluss überflüssig gemacht wurden.

Wer ein Konzert live erleben kann, gemeinsam mit 2000 Menschen in einem ähnlichen intensiven Erleben, muss nicht hinterher von einem großen Polizeiaufgebot geschützt werden, weil Aggressionen und Gewalt aufgebaut werden. Hier entstehen vielmehr friedliche Glücksgefühle und durchaus differenzierte Gedankenwelten.

Es kann doch einfach nicht sein, dass ein solcher "kultureller Leuchtturm" zum Nachteil des badischen Landesteils eingespart wird – da gibt es doch gewiss andere Möglichkeiten. Was unseren Schülerinnen und Schülern entgehen würde, konnte man bei den SWR-Projekten erfahren wie "Der Schrei" oder "Romeo feats Julia".