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03. Februar 2012
Zweites Vatikanisches Konzil
Ein Ereignis, das nur Theologen von den Sitzen reißt
Zu: "Als die Kirche ihre Selbstisolation überwand", Beitrag von Gerhard Kiefer (Politik, 24. Januar):
Man muss den Artikel zwei bis dreimal lesen – nicht etwa um ihn zu verstehen, sondern um den Sinn des Zweiten Vatikanums zu ergründen, denn die Frage wird auch von Gerhard Kiefer kaum beantwortet. Die Vermutung liegt daher nahe, dass bei 2500 Teilnehmern und dreijähriger Haarspalterei nur eine lausige Ausbeute mangels greifbarer Masse vorlag. Die Schnapsidee Johannes XXIII., spontan ein Spektakulum mit dem Namen Konzil einzuberufen, der chaotische Beginn und das krampfhafte Suchen nach einem sinnvollen Abschluss zeugen von einem Pseudo-Jahrhundertereignis, welches lediglich Theologen von den Sitzen reißt.
Und der Titel des Artikels müsste retrospektiv korrigiert werden: "Als die Kirche glaubte, ihre Selbstisolation zu überwinden". Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Vatikanum besteht eigentlich kein Zusammenhang, denn das erste Konzil endete (kriegsbedingt) rasch – und daher auch ohne negative Folgen. Das zweite Konzil endete mit selbsthypnotisierten und illusionierten Teilnehmern sowie einem völlig irritierten Kirchenvolk – mit Spätfolgen bis heute. Die dreijährige Dauer des Konzils lässt sich wohl damit erklären, dass es das Kernproblem der Oberhirten war, die selbstgesetzten und künstlichen Probleme zu benennen, um sie publikumswirksam zu verkaufen. O sancta simplicitas! Oder: Oh Herr, lass dieses 50-jährige Jubiläum an uns vorübergehen!
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Autor: Michael Weiss, Freiburg
