Künstliche Befruchtung

Eine falsche Übersetzung des Wortes

Thea Philipp-Schöllermann (Grenzach-Wyhlen)

Von Thea Philipp-Schöllermann (Grenzach-Wyhlen)

Sa, 11. August 2018

Leserbriefe

Zu: "Was ist künstliche Befruchtung", Erklär’s mir von Katharina Meyer (Politik, 25. Juli)

Ich staune, dass bei einer solchen "Wissenserklärung" von Samen, Samenzellen et cetera die Rede ist. Sperma ist kein Samen. Samen ist eine falsche Übersetzung des griechisch-lateinischen Wortes. Samen enthält alles, ist etwas in sich Vollständiges und braucht nur noch Erde oder Nährlösung. Sperma hingegen braucht ein reifes weibliches Ei, damit ein Kind entstehen kann.

Goethe (1749 bis 1831) konnte noch behaupten "Frauen sind silberne Schalen, in die wir Männer goldene Äpfel legen". Die Entdeckung des weiblichen Eies im Jahr 1834 hätte den Sprachgebrauch grundlegend verändern müssen. Männer sind auch keine Erzeuger, Hersteller, Produzenten oder Hervorbringer. Der Anteil der Frauen an Schwangerschaft inklusive Geburt ist ungleich größer und bedeutsamer.

Ich fände es wichtig, dass bei solchen Erklärungen für Kinder und Jugendliche, die ich ansonsten sehr schätze, auch mit veralteten, unrichtigen Begriffen aufgeräumt wird.

Denn Sie sind Multiplikatoren. Denn Sprache schafft Bewusstsein und umgekehrt: Bewusstsein verändert Sprache.
Thea Philipp-Schöllermann, Grenzach-Wyhlen