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23. Juni 2012
Zahl der Kunstfehler in Deutschland
Eine Infektion ist nicht automatisch Ärztepfusch
Zu: "Mehr Ärztepfusch erkannt", Agenturbeitrag (Aus aller Welt, 20. Juni):
Der Satz "Viele der 99 Todesfälle gingen darauf zurück, dass es nach einer Klinik-OP zu einer Infektion mit Blutvergiftung kam" ist richtig und nicht zu beanstanden. Zur Falschaussage wird dieser Satz allerdings, wenn man ihn unter der Überschrift "Ärztepfusch" veröffentlicht.
Eine Wundinfektion lässt sich bei keiner Operation mit Sicherheit vermeiden. Das ist durch das System bedingt. Auch bei Befolgung aller Sorgfaltsregeln, nach der Sterilisation der Räume, der Einrichtungen, der Geräte und Instrumente sowie der Kleidung bleibt immer ein Schwachpunkt des Systems: Durch die Atemluft der an der Operation beteiligten Menschen können Keime eingeschleppt werden, welche die offene Operationswunde infizieren. Eine Wundinfektion ist also nicht automatisch, wie es im Zeitungsbericht stillschweigend unterstellt wird, ein Beweis für Ärztepfusch. Als fachkundiger Leser gewinnt man dagegen den Eindruck von Zeitungspfusch.
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Autor: Dr. Hans Ulrich Gottesleben, Emmendingen



