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14. November 2017

Waldwirtschaft

Es geht um den Wald, der uns allen gehört

Zu: "Welches Zertifikat nützt dem Forst", Beitrag von Jens Schmitz (Land und Region, 7. November):

Der Wald ist kein Acker zur alleinigen Bereicherung der Holz- und Papierindustrie. Insbesondere Landeswald, der allen Menschen in Baden-Württemberg gehört. Soziale und ökologische Interessen in Bezug auf Wald sind genauso zu gewichten wie ökonomische. Die FDP/DVP Fraktion beweist mit durchsichtigen Äußerungen zur Waldzertifizierung, dass ihr Klientelpolitik wichtiger ist als das Gemeinwohl.

Als Fazit aus der im Artikel genannten Stellungnahme des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz kann nur bleiben, dass alle Mutmaßungen aus der internen Stellungnahme des Landesbetriebes Hessen Forst zu möglichen Auswirkungen einer FSC-Zertifizierung auf den hessischen Landeswald für Baden-Württemberg nicht zutreffen. Die geschilderten Zahlenspiele für Mehrkosten sowie die hypothetische Verminderung bei der Wertschöpfung im Cluster Holz entbehren jeder Grundlage. Vielmehr ist jedem, der sich mit der Waldzertifizierung auskennt, klar, dass die FSC-Zertifizierung die weitaus höheren Umweltstandards einfordert. Dies betrifft die Auswahl der Baumarten, den Einsatz schwerer Maschinen im Wald, die Erschließung mit Forstwegen, das Verbot von Pestiziden und auch den Alt- und Totholzanteil. Er ist für die im Wald lebenden Vögel, Fledermäuse, Pilze und Insekten ein unersetzbarer Lebensraum.

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Aus Sicht des Naturschutzes ist FSC das beste am Markt verfügbare Zertifikat für nachhaltige Waldwirtschaft. Die Standards werden im gleichberechtigten Diskurs zwischen Umweltschützern, Gewerkschaften, Industrie und Waldbesitzern ausgehandelt. Es sichert zertifizierten Forstbetrieben das höchstmögliche Maß an gesellschaftlichem Rückhalt für ihre Arbeit. Anspruchsvolle Umwelt- und Sozialstandards gibt es aber nicht zum Nulltarif. Der Mehraufwand sollte es uns aber wert sein – schließlich geht es um unser aller Wald.
Johannes Enssle, Landesvorsitzender Nabu Baden-Württemberg, Stuttgart

Autor: Johannes Enssle, Landesvorsitzender