Bafög

Finanzielle Unterstützung von Schülern und Studenten ist ein guter Lobbyismus

Eckard Ulrich

Von Eckard Ulrich (Kirchzarten)

Mo, 11. Februar 2019

Leserbriefe

Zu: "Die Grünen als Lobbyisten", Tagesspiegel von Thomas Fricker (Politik, 29. Januar)

Zunächst ergeht sich Herr Fricker in seinem Kommentar zum Artikel "Weniger Schüler und Studenten brauchen Bafög" in paradiesischen Vorstellungen von wohlhabenden Bürgern, zu denen dann die Grünen zu befragen seien. Den Rückgang von Bafög-Anträgen führt Herr Fricker nur auf besser verdienende Eltern zurück. Er unterstellt den Grünen in seinem Kommentar "simple Lobby-Politik", weil sie sich für höhere Bafög-Sätze einsetzen, als die Bundesregierung vorschlägt, und sie auch mehr Schüler und Studenten als die Bundesregierung in die Förderung einbeziehen will.

Offensichtlich bemüht sich Herr Fricker, die Bemühungen der Grünen um soziale Ausgewogenheit zu konterkarieren. In Wirklichkeit weist Kai Gehring, so wie sozial engagierte Menschen in anderen Parteien, im Artikel vor allem auf die Schieflage in unserem Bildungssystem hin, in einem Land, in dem Arme und auch große Teile der Mittelschicht immer ärmer, die Reichen immer reicher werden.

Jeder Euro, der in das Bildungssystem gesteckt wird, der fleißigen Schülern und Studenten zugutekommt, die nicht der wohlhabenden Schicht unseres Landes angehören, ist ein wichtiger Beitrag für unsere Demokratie, für unser Gemeinwesen. Eckard Ulrich, Kirchzarten